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175 Jahre Pallottinerinnen: Pfingsten 1838 - 2013

Bildquelle: Pall_Rom

Chronik von Pfingstsonntag 2013

Erinnerungen, die den gemeinsamhen Weg der Schwestern-Kongregationen prägen, welche der hl. Vinzenz Pallotti gewollt hat:

die Kongregation der Schwestern vom Katholischen Apostolat und der Missionsschwestern vom Katholischen Apostolat

 

Der 175. Jahrestag unserer Gründung hat uns ein wunderbares Pfingstfest geschenkt, das unsere Herzen mit einer unauslöschlichen „Salbung“ der Liebe prägt. Eine „Flut der Gnaden“, eine Explosion unbändiger Freude, eine tiefe Erregung ist auf alle herabgekommen, als wir erneut die Ehre Gottes betrachteten, die sich auf unseren Gesichtern widerspiegelt, in der Gewissheit, dass Gott staunenswerte Werke vollbringen kann, trotz aller Hindernisse, die menschliche Begrenzung im Laufe der Geschichte gesetzt hat.

Wie schön, dass wir uns am Spätnachmittag in der Kirche San Salvatore in Onda als Vereinigung des Katholischen Apostolates getroffen haben, um gemeinsam – als Priester, Brüder, Schwestern und Laienmitglieder – den Dank für das Leben unserer Kongregationen zu feiern.

 

Seit einigen Tagen waren wir alle beschäftigt, dieses Ereignisses vorzubereiten, vor allem die beiden Generaloberinnen Schwester Serena Cambiaghi und Schwester Izabela Świerad, die die Botschaft an unsere Schwestern auf der ganzen Welt verfassten.

Bildquelle: Pall_Rom

Die Zusammenarbeit hat Frucht getragen: ein schöner Chor mit von der Liturgie inspirierten Liedern, eine Eingangsprozession mit Symbolen, welche die Schönheit und den Reichtum eines Charismas und einer Spiritualität zum Ausdruck brachten, welche immer lebendig und aktuell sind und die wir teilen möchten:

Das Pfingstbild, das unsere Sehnsucht bekundet, immer im Zönakulum zu bleiben, die Stärke des Geistes zu empfangen und allen die Frohe Botschaft zu bringen.

Die Lampe und die Blumen mit der Verpflichtung, danach zu streben, die Flamme der Liebe und die geistliche Energie in uns und in jeder Form christlichen Lebens an den Orten, wo wir leben und arbeiten, neu zu beleben und wieder zu entzünden.

Die Grundregel, mit den wesentlichen Elementen, um unser Leben in Christus umzuformen, und den Schlüssel, um den Augenblick neu zu erleben, in dem der heilige Vinzenz vor 175 Jahren die Tür der Pia Casa geöffnet hat. Eine zusätzliche Gelegenheit, den Heiligen Geist zu bitten, dass er uns öffne für seine Eingebungen, für sein machtvolles und sanftes Handeln, für die Zeichen der Zeit, für den Schrei der Leidenden, für die Zukunft, für die Treue gegenüber Gott.

Zum Geburtstag bringt man immer ein Geschenk mit. So war es bewegend, die Darbringung der Gabe der schriftlichen Verpflichtung jeder Schwester mitzuerleben, die die Zuneigung zu unserer Familie zum Ausdruck brachte, die Treue, das Vertrauen und die Gewissheit, dass der Herr uns den Weg zeigen wird, den wir heute und in die Zukunft gehen sollen.

Bildquelle: Pall_Rom

Der Generalrektor der SAC, der hochw. P. Jacob Nampudakam, der der Feier vorstand, hat uns eine besondere Predigt geschenkt, welche wir in Dankbarkeit bewahren werden, beginnend mit dem Wunsch, dass dieser Tag eine historische Erinnerung der Einheit, der Gemeinschaft und neuen Lebens für die Zukunft werde.

Auf den Abschnitt aus Deuteronomium (Dt 30, 19-20) bezogen, stellte er uns vor die Wegscheide von Leben und Tod. Er erinnerte uns, dass die beiden Kongregationen, von unserem heiligen Gründer gegründet, so viele Jahre gelebt haben, weil jemand Lebensentscheidungen für die Zukunft getroffen und so unser Heute gebaut hat.

Mit den Worten aus der Botschaft der beiden Generaloberinnen, „Wir möchten unseren Dank zum Ausdruck bringen, indem wir unser persönliches und gemeinschaftliches Zeugnis zum Geschenk machen als wirksames Instrument der Evangelisierung, um der Welt die Person Jesu Christi zu offenbaren und die Schönheit eines Lebens, das mit Gott gelebt wird“, brachte Pater Jacob das einfache, aber prägnante Zeugnis von Schwestern in Erinnerung, die nun in Gott leben und die ein gültiges Beispiel hinterlassen haben, dem wir folgen können.

Er erinnerte an die Bedeutung des Zönakulums, um in Gott zu leben, und auch an die Missionarität der Kirche, welche, wie Papst Franziskus fordert, an die existenziellen Ränder hinausgehen muss.

Er betonte, dass unsere Kongregationen aus der Inspiration des Heiligen Geistes geboren sind, um zu den am meisten gefährdeten Menschen jener Zeit zu gehen … Pallotti suchte nach einer Gruppe heiliger Frauen, die bereit waren, „die Fülle und den Geist Jesu Christi“ zu erlangen (vgl. OOCC IV, S. 24-26).

Er schloss, indem er uns wünschte, den Mut und die Stärke zu erlangen, um auf die Eingebungen des Heiligen Geistes zu antworten, überallhin zu gehen, um die Gute Nachricht zu verkünden und dabei deutlich unsere Lebenswahl zu bekunden.

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Sehr bewegend war der Augenblick der Erneuerung unserer Weihe.

Die beiden Generaloberinnen eröffneten, begleitet von ihren jeweiligen Vikarinnen, die ein Licht in der Hand hielten, einen Dialog mit der Gemeinde, der darauf ausgerichtet war, weiterhin in der Nachfolge Jesu, des Apostels des Vaters, gemäß den Evangelischen Räten zu leben, in der Sendung der Kirche, in unserer Ordensfamilie und in der Vereinigung, und dabei die Gabe der Treue und Zugehörigkeit der Sorge der Königin der Apostel anzuvertrauen.

Dies wurde mit dem Amen beschlossen, das in Dankbarkeit und froher Treue ausgesprochen war.

Wir werden niemals den Abschluss der Feier vergessen können, unmittelbar nach dem feierlichen Segen des Zelebranten: „Unser geliebter Gründer wollte uns, alle seine Töchter, heute hier, in dieser Kirche, wo wir seinen Leib hüten und verehren, in einer ideellen Umarmung versammeln, in einem starken Band der Einheit. An diesem heiligen Ort, der das geistliche Zentrum der Vereinigung ist, versichert uns der heilige Vinzenz erneut seine Nähe. Er überträgt seine Gewissheit auf uns und vertraut uns dieselbe Sendung an wie vor 175 Jahren. Unsere Generaloberinnen möchten durch eine symbolische Geste unser aufrichtiges Festhalten am Traum unseres Gründers zum Ausdruck bringen, uns alle um der Ehre Gottes willen vereint zu sehen und Gottes unendliche Liebe und seine unendliche Barmherzigkeit allen zu bezeugen.

Lasst uns alle in dieser Umarmung umfangen sein, dass wir gemeinsam mit Demut und Vertrauen weiter gehen in die Zukunft Gottes hinein“.

Zu diesen Worten hielten Sr. Izabela und Sr. Serena zwei weiße und rote Bänder hoch, auf denen Sätze unseres Gründers standen: „die Kongregation wird von Gott gesegnet sein“ und „Ich liebe euch in Gott, ich umarme euch in Gott…“. Zwei Mitschwestern knüpften diese Bänder durch die ganze Kirche, so dass die ganze Gemeinde umfangen wurde in einer Umarmung der Einheit und Gemeinschaft. Wir jubelten bewegt und voller Freude und applaudierten herzlich.

Die Generaloberinnen tauschten die Bänder aus: sie werden sie als Erinnerung an dieses Ereignis und als Verpflichtung für die Zukunft bewahren; auf dem Altar unterschrieben sie gemeinsam für alle Mitschwestern die Botschaft.

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Die beiden Generalräte, Generalrektor Pater Jacob Nampudakam SAC, einige Schwestern des Provinzrates der Provinz „Regina Apostolorum“, der Präsident des italienischen NKR der UAC, Herr Corrado Montaldo, Msgr. Tadeusz Wojda SAC und die Schwestern der Procura beschlossen diesen Abend mit einem Essen im Generalat der Missionspallottinerinnen.

In einem wunderschönen Raum war der Tisch festlich mit Kerzen, Blumen, rotem Tüll und Perlen gedeckt und schuf eine familiäre frohe Atmosphäre, in welcher wir – neben köstlichem Essen und Getränken – auch eine sehr schöne Präsentation alter Fotos genossen: einiger Momente unserer gemeinsamen Geschichte mit verschiedenen – formellen und informellen – Treffen in diesen Jahren zwischen den beiden Kongregationen.

Unsere Geschichte war nicht einfach. Doch sind wir hier, und wir möchten uns öffnen – wie Papst Franziskus es in der Predigt bei der Feier an diesem Hochfest von Pfingsten sagte – für die Neuheit, die Harmonie und die Mission.

Der Herr nutzte scheinbar negative Ereignisse, um eine Geschichte zu bauen, die reich ist an Überraschungen, Frucht seiner großen barmherzigen Liebe. Und wir sind sicher, dass er uns weiter überraschen wird.

Nicht an uns liegt es, Einheit zu schaffen; es ist der Geist des Herrn, der sie uns gewährt. Wir müssen nur die Türen des Herzens öffnen, um ihn wirken zu lassen: er ist es, der Einheit schafft ohne Uniformität und Gleichförmigkeit.

Möge dieser Jahrestag uns helfen, den Traum des hl. Vinzenz Pallotti zu verwirklichen, in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Vereinigung, gemäß der je eigenen Identität und Berufung, vereint durch das Band gegenseitiger Liebe und durch apostolischen Eifer, um die Sendung Christi zu erfüllen: zur unendlichen Ehre Gottes, zur Rettung der Seelen und zur Vernichtung der Sünde, in den verschiedenen apostolischen Werken, unterstützt durch die Gnade und durch unsere Patronin, die Königin der Apostel.

 

Sr. Sara Carfagna CSAC

Provinzoberin der Provinz Regina Apostolorum, Italien