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In der Kirche gibt es nicht nur Missbrauch!

von Sr. Simone Hachen SAC

 

Ich bin mir sicher, dass Jesus, würde er leibhaftig über diese Erde gehen, die vielen Gräueltaten, die Kindern angetan wurden/werden, aufs schärfste verachten würde. Er selbst hat gesagt: "Lasst die Kinder zu mir kommen." Und er hat sie in die Arme geschlossen, sie geborgen gehalten in seiner Nähe. Ich selbst bin immer wieder zutiefst entsetzt über das, was Menschen anderen Menschen und dann auch noch Kindern antun können. Dass dieses Thema mehr in die Öffentlichkeit gezogen wird, ist gut aber auch mit viel Vorsicht zu sehen. Sollten wir beginnen unser Augenmerk nur noch darauf zu richten, dass Schändliches mit Kindern in der Kirche getan wurde/wird, dann ist das eine Art Tunnelblick, der sicher nicht gesund ist. Bis heute gibt es viele kirchliche Kindergärten, Beratungsstellen, Tagesstätten, Heime, Internate, Schulen, Jugendeinrichtungen, die viel Gutes tun, die sich für die Rechte von Kindern einsetzen und sie nicht allein lassen und auch nicht missbrauchen.

 

Für mich als Jugendreferentin ist es manchmal schwer zu ertragen mit allen möglichen kinderschändlichen Taten in einen Topf geworfen zu werden. Es gibt nichts zu beschönigen an den Schreckenstaten, und es wird schwer, sein den Vertrauensknick wieder ins Lot zu bringen. Und doch bleibe ich dabei: bis heute gibt es Räume und Einrichtungen in der Kirche, die sich für Kinderrechte stark machen und helfen wo und wie immer sie können. Verlieren wir diese nicht aus dem Blick. Das wäre schade.

 

Den Blick offen zu halten für die Bereiche in denen Kinder stark gemacht werden ist eine wichtige Sache aber natürlich ist und bleibt es ebenso wichtig, die versteckten und vertuschten Gräuel aufzudecken, um den geschädigten Menschen zu helfen, ihnen wahre Liebe zukommen zu lassen und nicht eine so genannte Liebe, die letztlich keine ist, weil sie ausbeutet, verletzt und zerstört. Dieser Zerstörung muss Einhalt geboten werden, damit Kinder und Jugendliche zu starken, selbstbewussten, liebesfähigen und gesunden Menschen heranwachsen können, denn sie sind unsere Zukunft.

 

 

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