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Zum Gedenken an Sr. Maria Kämpfer SAC

Bildquelle: Pall_LM

Am 8. August 2019, einen Tag nach ihrem 93. Geburtstag, verstarb unsere Sr. Maria Kämpfer in den späten Abendstunden im St. Vinzenz-Krankenhaus in Limburg.

 

Sr. Maria kam am 7. August 1926 als drittes Kind von Georg Kämpfer und Regina Theresia Kämpfer, geborene Weber, zur Welt. Sie wuchs mit ihren beiden Brüdern Edmund und Paul in ihrem Geburtsort Dreis-Tiefenbach im Kreis Siegen auf und besuchte die Schule am Heimatort. Als ihre Brüder während des Krieges zum Militär eingezogen waren, half sie in der elterlichen Landwirtschaft mit und besuchte in den Winterhalbjahren die landwirtschaftliche Haushaltungsschule.

 

Sr. Maria engagierte sich in der Marianischen Jungfrauenkongregation und in ihrem Brief, mit dem sie um Aufnahme ins Postulat der Pallottinerinnen bat, schrieb sie, dass es sie ganz erfüllte, für die jungen 14jährigen Mädchen eine Leiterin zu sein. Der Gedanke, in eine Ordensgemeinschaft einzutreten, begleitete Sr. Maria nach ihren eigenen Aussagen schon von frühester Jugend an. Im Juli 1946 machte sie Exerzitien und dort konkretisierte sich ihr Wunsch. Sie schreibt in ihrem Aufnahmegesuch: „Ich erkannte meinen Weg: Mitzuarbeiten am Rettungswerk der Seelen und zwar als Missionsschwester, da mich immer eine Begeisterung zu den Missionen hinzog. Meine Zukunft lege ich vertrauensvoll in Gottes Vaterhand und wo immer er mich hinstellen möge, will ich an der Hand der Gottesmutter ganz sein Werkzeug werden.“

 

Dieses tiefe Vertrauen in Gott, dass er ihren Weg lenke, hat ihr Leben geprägt. Am 1. Oktober 1947 trat sie schließlich als Postulantin in die Gemeinschaft der Pallottinerinnen ein. Mit ihrer Einkleidung am 15. August 1948 erhielt sie den Namen Sr. M. Corona. Später wechselte sie wieder zurück zu ihrem Taufnamen Maria.

 

Ganz der Idee unseres Gründers Vinzenz Pallotti verpflichtet, dass jeder Mensch gerufen ist, seine Fähigkeiten und Talente einzubringen, durfte Sr. Maria die Ausbildung zur Kindergärtnerin und Hortnerin machen, denn ihre Kreativität und ihre Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen war außergewöhnlich. Später erfolgte noch die Qualifizierung als Sozialpädagogin.

 

Im Zeugnis über ihre erste Tätigkeit im Kindergarten und Hort St. Georgshof in Limburg ist zu lesen: „In ihrer frischen, frohen Art und durch ihre Handfertigkeiten erwies sie sich als echte ‚Bubenmutter‘, die alle in ihren Bann zog.“ Wie schön, dass Sr. Maria diese Fähigkeiten nie für sich selbst behielt, sondern bis ins hohe Alter ihre Kreativität auch in unsere Gemeinschaft einbrachte.

 

Am Fest Mariä Himmelfahrt im Jahr 1956 legte Sr. Maria ihre ewige Profess ab. Vor ihrem Klostereintritt sprach sie davon, dass sie darauf vertrauen würde, dass Gott sie an den richtigen Platz setze. Mit ihrem lebenslangen JA zu unserer Gemeinschaft bekräftigte sie dieses Urvertrauen – sie wusste sich als Pallottinerin am richtigen Ort.

 

Im Laufe der Jahre war Sr. Maria an verschiedenen Stätten als Erzieherin oder Kindergartenleiterin tätig, darunter in Langendernbach, fast 20 Jahre in Refrath und über sechs Jahre lang in Limburg im Kindergarten St. Georg. Die Zeit als Präfektin im Vinzenz-Pallotti-Kolleg in Rheinbach war für Sr. Maria ganz besonders, doch die Jungen im Internat konnten bisweilen eine Herausforderung sein. Pater Weber bescheinigte ihr: „Auch erzieherisch schwierige Situationen meisterte sie mit Geduld, Ausdauer und Beständigkeit. Schwester Maria merkte man an, dass sie mit Lust und Liebe bei der Sache war.“

 

Nach ihrer aktiven Berufstätigkeit nutzte Sr. Maria weiterhin ihre Talente und bot sowohl im St. Josefshaus in Refrath als auch im Haus Felizitas in Limburg kreative Beschäftigungsangebote für Senioren an. Das Basteln war eine von Sr. Marias leidenschaftlichen Freizeitbeschäftigungen. Immer wieder schenkte sie ihren Mitschwestern selbstgestaltete Kleinigkeiten. Und sie liebte das Singen. Lange Jahre war sie Teil der Schola und hat nie aufgehört, bei den ihr bekannten Liedern eine Oberstimme zu singen.

 

Besonders freute sie sich auf die Ferienbesuche bei ihrer Familie und es ist schön, dass sie erst kürzlich noch Urlaub zu Hause machen konnte.

 

Sr. Maria war kein Mensch, der sich in den Vordergrund drängte. Sie war zurückhaltend, nahm aber regen Anteil am Leben ihrer Mitschwestern und vieler ehemaliger Kindergartenkinder, Praktikantinnen und Kolleginnen und dachte im Gebet an sie. Und Sr. Maria war ein unabhängiger Geist. Wenn man sie suchte, konnte es sein, dass sie in Marienborn nirgends auffindbar war. Auch mit über 90 liebte sie ihre Ausflüge in die Stadt und wir haben mehr als einmal die Luft angehalten, wenn sie sich mit ihrem Rollator in den Straßenverkehr wagte. Aber das alles passte zum Grundthema ihres Lebens: Gebe dich ganz in Gottes Hand, dann wird alles gut.

 

Am Tag ihres 93. Geburtstages sagte Sr. Maria morgens zu einer Mitschwester, die ihr gratulierte, dass sie sich nicht wohl fühle. Kurz darauf nahm Gott sie in seine Hände und am Abend des nächsten Tages fand ihr Weg das Ziel bei unserem Herrn.

 

Uns bleibt die dankbare Erinnerung an Sr. Maria und die Aufgabe, ebenso stark auf Gott zu vertrauen. Er lenkt die Wege und er lenkt sie gut.