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Heimgang von Sr. M. Monika Schneider SAC

Unsere Sr. Monika Schneider verstarb am 31. Januar 2021 im Haus Felizitas in Limburg.

 

Bildquelle: Pall_LM

Am 18. Dezember 1939 kam Monika als erstes Kind des Drehers Josef Schneider und seiner Ehefrau Antonie Schneider, geborene Herting, in Niedernetphen zur Welt. Monika folgten fünf weitere Kinder – ihre Schwestern Barbara und Marlene und ihre drei Brüder Eugen, Georg und Josef.

 

Mit ihren Geschwistern verlebte sie eine sorglose Kindheit, die durch die aktive Teilnahme am Leben der Pfarrgemeinde geprägt war. Als der Heimatpfarrer das Empfehlungsschreiben für den Eintritt in die Gemeinschaft der Pallottinerinnen verfasst, schreibt er, dass die Familie ein gutes Ansehen in der Gemeinde habe und der Vater in der Pfarrei mitwirke. Dies habe Monika geprägt und sie habe sich in der Jugendarbeit engagiert.

 

Nach ihrer Schulzeit half sie ihrer Mutter ein Jahr lang im Haushalt, absolvierte dann ein hauswirtschaftliches Lehrjahr bei den Pallottinern in Olpe und blieb dort nach ihrem Abschluss als Haushaltshelferin ein weiteres Jahr in der Küche tätig. Im November 1958 trat sie nach einer erneuten Zeit im Elternhaus eine Anstellung als Beiköchin im St. Josefshaus in Refrath an.

 

Dort reifte ihr Entschluss, in die Gemeinschaft der Pallottinerinnen eintreten zu wollen und im Januar 1961 schickte sie ihre Bitte um Aufnahme ins Postulat nach Limburg. Sie schrieb, dass sie Pallottinerin werden wolle, "um in die Nachfolge Christi zu treten und zur größeren Ehre Gottes am Seelenheil des Nächsten mitzuwirken".

 

Im Juli 1961 begann Monika ihr Postulat und wurde am 12. August 1962 eingekleidet und erhielt den Namen Sr. M. Benedetta. Später kehrte sie zu ihrem Taufnamen zurück.

 

Nach Ablegung ihrer ersten Profess am 15. August 1964 war Sr. Monika in der Küche eingesetzt, zuerst im Mutterhaus in Limburg, dann in Schloßborn, nochmals in Limburg und schließlich für beinahe zwei Jahre in Rom. Während ihrer Zeit im Gästehaus in Rom richtete sie die Bitte an ihre Provinzoberin Sr. Sixta Rüther nach Limburg, ihre ewige Profess in Rom ablegen zu dürfen. Sie schrieb: "Unser Hl. Vater Vinzenz muss uns schon helfen, die Nachfolge Christi, wie er es von uns möchte, immer besser zu leben. Meinen Sie, ich dürfte sie (meine Profess) hier machen? Ich würde es so gerne tun." Am Ende des Briefes bat sie um eine schnelle Antwort, denn für ein langes Warten auf die Entscheidung „habe ich die italienische Pazienza noch nicht“. Wie lange sie auf eine Rückmeldung warten musste, ist nicht mehr zu eruieren. Auf jeden Fall durfte Sr. Monika am Fest der Darstellung des Herrn am 2. Februar 1969 ihre ewigen Gelübde am Grab unseres Gründers sprechen.

 

Im September 1969 kehrte sie nach Deutschland zurück und begann in Bonn eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester, die sie 1972 erfolgreich abschloss.

Bis 1975 war sie auf der Kinderstation im St. Anna-Krankenhaus in Hadamar eingesetzt, danach für drei Jahre auf der Hals-, Nasen-, Ohren- und chirurgischen Kinderstation des Vinzenz Pallotti Hospitals in Bensberg.

 

Anschließend arbeitete sie im Exerzitienhaus in Limburg und nochmals im Gästehaus in Rom, bis sie 1982 für sieben Monate die Heimleitung des Internats der Krankenpflegeschule in Erlenbach übernahm. Nach Praktika in der Erwachsenenpflege im Vinzenz Pallotti Hospital in Bensberg und in der ambulanten Krankenpflegestation in Eddersheim absolvierte sie die Ausbildung zur Gemeindekrankenpflege am Fachseminar Koblenz-Arenberg, die sie mit staatlicher Anerkennung erfolgreich beendete.

 

Sr. Monika war danach zwei Jahre in München und darauf folgend bis Ende Januar 1991 in Langendernbach in der ambulanten Krankenpflege tätig, wo sie auch die Oberin der dortigen Kommunität war.

 

Von dort aus kehrte sie nach Marienborn zurück und wirkte von Oktober 1991 bis 2011 an der Pforte des Mutterhauses. Der Empfang der Gäste war für Sr. Monika ein wichtiges und kostbares Apostolat. Gerne dekorierte sie die Pfortenzimmer und den roten Saal und sie war jahrelang aktiv bei der Vorbereitung und Durchführung unserer Missionsbasare.

 

Sehr gerne war sie für ihre Mitschwestern auf dem vierten Stock in der Küche tätig. Oft lud sie zum Kaffeetrinken ein und probierte auch gerne neue Backrezepte aus. In der Weihnachtszeit half sie beim Plätzchenbacken für alle Schwestern und auch hier war sie experimentierfreudig und testete Rezepte, die sie von Verwandten oder aus Zeitschriften bekam.

 

Immer mehr musste Sr. Monika mit den Folgen ihrer Parkinsonerkrankung kämpfen und es fiel ihr schwer, die liebgewonnenen Tätigkeiten in der Küche oder beim Gestalten von Dekorationen nicht mehr ausführen zu können. Ab März 2019 lebte Sr. Monika in unserem Haus Felizitas und brachte sich auch dort nach ihren Kräften ein.

 

Als Sr. Monika schwächer wurde, zeigte sich ihr großes Vertrauen darauf, dass die Liebe Gottes uns vom ersten bis zum letzten Atemzug trägt. Sie hatte ein durch und durch positives Gottesbild und gab sich am 31. Januar 2021 ruhig und frei in die Hände ihres Schöpfers.

 

Wir erinnern uns dankbar an Sr. Monika und uns bleibt die Aufgabe, alles mit der Haltung zu tun, als ob man Gott als Gast empfange, der uns im Nächsten begegnet.

 

Sr. Astrid Meinert SAC

Provinzoberin