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Seit 75, 65 und 60 Jahren Missionarinnen der Liebe Gottes

In Limburg feierten wir am 15. August 2025 die 60-, 65-, 70- und 75-jährigen Professjubiläen unserer Mitschwestern. Den Festgottesdienst stand der Rektor der Pallottiner-Niederlassung in Limburg, P. Alexander Holzbach SAC, vor. Zu Beginn der Eucharistiefeier stellte Provinzoberin Sr. Astrid Meinert die Jubilarinnen mit kurz skizzierten Lebensläufen vor: Sr. Agnes - 75 Jahre, Sr. Augustine und Sr. Ingrid - 65 Jahre, sowie Sr. Elisabeth - 60 Jahre.

 

Sr. Agnes Leinweber

Es ist ein ganz besonderes Fest, wenn wir auf 75 Jahre Profess zurückblicken dürfen. Für uns als Gemeinschaft bist du, liebe Sr. Agnes, ein großes Geschenk.

In deiner Familie hast du deinen lebendigen Glauben gelernt. Deine Eltern ließen sich von den menschenverachtenden Lehren der Nationalsozialisten nicht einnehmen und halfen jüdischen Mitbürgern. Du hast also schon früh gelernt, was es heißt, aufrecht zu seiner Gesinnung zu stehen.

Du wolltest Missionarin werden, um am Aufbau des Reiches Christi mitzuwirken – so hast du es 1947 in deinem Aufnahmegesuch geschrieben. Und wenn wir nun mit dir auf die letzten 75 Jahre zurückblicken, dann sehen wir die Missionarin Sr. Agnes, die als Kindergärtnerin und Kindergartenleiterin unzählig viele Kinder begleitet hat. Intern hast du als Hausoberin gewirkt und deine künstlerischen Fähigkeiten mit uns geteilt. Dein Blick als Fotografin hat immer wieder die Schönheit von Gottes Schöpfung im Bild festgehalten und als Organistin hast du unsere Liturgie bereichert.

Danke, Sr. Agnes, dass du auch unter uns weiter als Missionarin der Güte und Liebe Gottes wirkst. Wer dir begegnet, wird mit einem Lächeln weiter gehen.

 

Sr. Augustine Weber

Liebe Sr. Augustine – geboren wurdest du als erstes von drei Kindern in Brachbach im Kreis Altenkirchen und du wurdest auf den Namen Mechthilde getauft. Leider musstest du schon früh Abschied nehmen – von deinem kleinen Bruder Josef und von deinem Vater, der starb, als du erst 11 Jahre alt warst.

Deine Tante Sr. Ida Maria war Pallottinerin und sie lehrte dich den Engel des Herrn. "Aus Liebe zu Gott" batest du um Zulassung zum Postulat bei den Pallottinerinnen.

Letzte Woche hast du mir erzählt, dass deine Mutter am Tag vor deiner Geburt zu ihrer Schwester gesagt hat: "Du glaubst gar nicht, wie ich mich auf dieses Kind freue." Und es ist wohl eine Fügung, dass du am Tag nach dem Fest der Verklärung eingetreten bist, wo Gott über Jesus sagt: Du bist mein geliebter Sohn.

Als geprüfte Wirtschafterin warst du in Waldböckelheim, Limburg, Bensberg, Olpe und zuletzt Eddersheim tätig, wo du auch Hausoberin warst. 1994 verlorst du nach einer Operation dein Augenlicht. Aber mit allen anderen Sinnen bliebst du stets offen und wach für Gott und deine Mitschwestern. Danke, Sr. Augustine, dass du dem heiligen Augustinus nachfolgst indem du das von ihm stammende Zitat lebst: "Wer Gott sucht, der findet Freude".

 

Sr. Ingrid Salzer

Liebe Sr. Ingrid, als du deine Berufung gespürt hast, wusstest du, dass es nicht einfach wird, denn du warst ein Einzelkind. Dein Vater war im Krieg vermisst und so warst du alleine mit deiner Mutter. Ihr musstet dann auch noch die böhmische Heimat verlassen. Aber im Rheingau fandet ihr ein neues Zuhause und nach deiner Schulzeit und Lehre wagtest du den Schritt, denn du wolltest Missionarin werden. Deine Kreativität hattest du mit deiner Schneiderlehre schon anklingen lassen, aber als Kindergärtnerin, Hortnerin und Sozialpädagogin konntest du all deine Fähigkeiten leuchten lassen. In Eddersheim, Refrath, Obertiefenbach und Limburg hast du Kinder begleitet und angeleitet. Auf meine Frage, was du deinen letzten 65 Jahren als Überschrift notieren würdest, sagtest du: "Es war alles gut so, wie es war." Dabei übersiehst du nicht, dass es immer auch schwierige Momente im Leben gibt, aber du hast immer danach gestrebt, ein wirklich geistliches Leben zu führen und so bist du uns allen ein Beispiel: Wenn man Gott ganz in sein Leben lässt, dann wird alles gut.

Danke, Sr. Ingrid, dass du deine Zeit auch damit füllst, für andere Geschenke und Grüße zu gestalten.

 

Sr. Elisabeth Lenhof

Liebe Sr. Elisabeth, als drittes von vier Kindern kamst du in Wehrden im Saarland auf die Welt und als drittes von vier Kindern ließest du dich in die Nachfolge des Heiligen Vinzenz Pallotti rufen. Du wolltest an der Ausbreitung des Gottesreiches mitwirken und Seelen retten. So hast du es am 14. Mai 1961 schriftlich festgehalten. Du kanntest die Pallottinerinnen gut – deine Schwester Maria – unsere Sr. Wilhelma – war schon eingetreten und dein Bruder Herbert war auch bereits Pallottiner. Später wirkte er viele Jahre als Bischof in Südafrika. Du hast in Bensberg die Krankenpflege erlernt und von daher auch schon engen Kontakt zur Gemeinschaft gehabt. Vor 60 Jahren hast du deine erste Profess abgelegt und warst über viele Jahre lang in der Krankenpflege tätig – am Vinzenz Pallotti Hospital in Bensberg und in der Krankenstation hier in Marienborn. Du wolltest immer ein offenes Ohr für die haben, die du betreutest und so war es ein naheliegender Schritt, dass du in die Krankenhaus-Seelsorge wechseltest. Im Anna-Krankenhaus in Hadamar und im Vinzenz-Krankenhaus hier in Limburg warst du an unzähligen Betten und hast neben den Patienten oft auch die Angehörigen mit begleitet. Besonders wichtig war es dir auch, denen beizustehen, die Abschied nehmen mussten von lieben Menschen. Das Trauercafe in Limburg ist zu einer wichtigen Institution geworden.

Danke, Sr. Elisabeth, dass du auch intern bereit bist, für andere zu wirken und als Teil des Kommunitätsrates die verschiedensten Aufgaben in der Gemeinschaft zu tragen.