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Visitation und Professjubiläen der Deutschen Provinz

Teil der lebendigen Geschichte unserer Kongregation

Vom 5. bis 17. August war Generaloberin Sr. Josephina D’Souza in Begleitung von Generalrätin Sr. Adelheid Scheloske zur Visitation in Deutschland. Sie besuchten die beiden Gemeinschaften in Limburg und in Refrath und nahmen am Gebet der Gemeinschaften, an den Mahlzeiten und der Rekreation teil. Die Generaloberin sprach mit jeder einzelnen Schwester und es gab Treffen mit verschiedenen Gruppen und Gremien.

 

Die Begegnungen waren für beide Seiten bereichernd. Die Schwestern erzählten von ihren Erfahrungen und Hoffnungen, Schwierigkeiten und Sorgen, Freuden und Träumen für die Zukunft der Gemeinschaft. Sr. Josephina brachte ihrerseits den Schwestern Empathie, Respekt und Dankbarkeit für ihren langjährigen treuen Dienst entgegen.

 

 

Im Anschluss an die Visitation feierte die Deutsche Provinz am 15. August den Professtag der meisten Schwestern. In diesem Jahr 2026 waren es fünf, die nach 65 Jahren das eiserne Jubiläum ihrer Bindung an Gott feiern: Sr. Annemarie Nießen, Sr. Bernita Rothenberger, Sr. Editha Franz, Sr. Ephrem Lau und Sr. Regina Hollingshaus.

 

In der Vesper am Vorabend erinnerte Provinzoberin Sr. Astrid Meinert an wichtige Stationen im Leben jeder einzelnen Jubilarin. Sr. Josephina gratulierte allen in einer kurzen Ansprache. Am Vormittag des Festes Maria Himmelfahrt kamen alle zum festlichen Gottesdienst in der Kapelle des Provinzhauses in Limburg zusammen. Beim Mittagessen und bei Kaffee und Kuchen setzte sich die Feier fort. Zum Abschluss richtete sich in der gemeinsamen Vesper noch einmal der Dank aller an Gott.

In ihrer Ansprache sagte die Generaloberin:

 

Liebe Schwestern,

 

An diesem wunderschönen Marienabend und anlässlich Ihres 65. Professjubiläums ist es mir eine Ehre, gemeinsam mit Sr. Adelheid hier in Limburg, unserer Mutterprovinz, zu sein. Während wir uns mit dankbaren Herzen versammeln, um Gott für das Geschenk Ihrer fünfundsechzig Jahre Ordensleben zu danken, gedenken wir auch mit Liebe und Dankbarkeit all Ihrer Mitschwestern, die Ihnen vorausgegangen sind und sich nun in der Fülle des ewigen Lebens mit dem Herrn erfreuen.

 

 

Ich bin mir sicher, dass Sie sich bei Ihrer ersten Profess nicht hätten vorstellen können, wohin der Herr Sie führen würde. Einige von Ihnen wurden als Missionarinnen weit über die Grenzen Deutschlands hinausgesandt; andere haben hier im Volk Gottes treu ihren Dienst getan. Ihre Wege waren verschieden, doch Ihre Antwort war dieselbe: "Hier bin ich, Herr." Der hl. Vinzenz Pallotti erinnert uns oft daran, dass unser Leben in der unendlichen Liebe Gottes beginnt und endet. Er glaubte, je tiefer wir diese Liebe erfahren, desto selbstverständlicher werden wir sie lebendig bezeugen. Wenn ich heute auf Ihr Leben schaue, sehe ich nicht so sehr, was Sie vollbracht haben, sondern wie Gottes Liebe Sie im Laufe der Jahre im Stillen geprägt hat.

 

Ich bin sicher, dass es auf Ihrem Weg Zeiten der Freude und Zeiten der Prüfung gab, Momente der Gewissheit und Momente, in denen allein der Glaube den Weg gewiesen hat. In jeder Phase ist der Herr treu geblieben. Vielleicht ist dies die größte Lektion, die uns Ihr Leben vermittelt: Berufung wird nicht durch unsere eigene Kraft getragen, sondern durch Gottes unerschütterliche Gnade. Jede von Ihnen ist Teil der lebendigen Geschichte unserer Gemeinschaft. Sie können mit gelassener Dankbarkeit und demütiger Freude zurückschauen und erkennen, auf wie vielfältige Weise Gott durch Ihr Leben gewirkt hat. Unsere Gemeinschaft wurde durch Ihr Zeugnis, Ihren Dienst und Ihre Treue gesegnet und bereichert. Jede von Ihnen ist in Gottes Augen einzigartig und kostbar.

 

Danke, dass Sie treue Verwalterinnen der Ihnen anvertrauten Gaben waren und mit Weisheit und Großherzigkeit Samen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe ausgesät haben. Auch heute noch ernten wir die Früchte dessen, was Sie gesät haben. Danke, dass Sie geglaubt haben und glauben, dass das Evangelium es wert ist, ihm ein ganzes Leben zu schenken. Danke, dass Sie uns gezeigt haben, dass das fruchtbarste Apostolat oft im Stillen wächst – im Gebet, in Treue, im Gemeinschaftsleben und in den einfachen Taten der Liebe, die nur Gott allein ganz erkennt.

 

Wenn ich auf die Zukunft schaue, preise ich zusammen mit allen Schwestern der Gemeinschaft Gott für das Geschenk, das jede einzelne von Ihnen für uns ist. Wir beten, dass Er Sie weiterhin mit guter Gesundheit, Gelassenheit und der Gnade segnen möge, diese Jahre in Seiner liebevollen Gegenwart zu genießen. Und wenn Er Sie zu Seiner Zeit heimruft, mögen Sie mit Paulus sagen können: "Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue bewahrt." (2 Tim 4,7)

 

Liebe Schwestern, heute freuen wir uns mit Ihnen und danken Gott für seine Treue während Ihres ganzen Lebens. Möge Er, der Sie vor fünfundsechzig Jahren berufen hat, Ihre Herzen weiterhin mit seinem Frieden erfüllen. Mögen Maria, die Königin der Apostel, und unser Gründer, der hl. Vinzenz Pallotti, Sie stets begleiten, bis zu dem Tag, an dem Sie in die Fülle der unendlichen Liebe Gottes eingehen.

 

Bildquellen: Sr. Adelheid Scheloske SAC