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Heimgang von Sr. M. Amanda Jobst SAC

Unsere Sr. Amanda Jobst gab am 30. Dezember 2021 ihr Leben zurück in Gottes Hände. Sie verstarb eine Stunde vor Beginn des letzten Tages des Jahres in unserem Haus Felizitas in Limburg.

 

Anna wurde am 23. Juli 1929 als siebtes Kind des Landwirts Johann Jobst und seiner Ehefrau Maria, geborene Baumeister, in Frankenberg in der Oberpfalz geboren. Von den insgesamt 15 Kindern starben drei schon im Kleinkindalter. Mit ihren elf überlebenden Geschwistern wuchs Anna behütet auf. In ihrem Lebenslauf notierte sie: "Meine Kinderzeit, soweit sie mir noch in Erinnerung ist, verlief in Glück und Sorglosigkeit."

 

Anna ging gerne in die Schule und half ihren Eltern, wo sie konnte, was sie auch in ihrem Aufnahmegesuch in die Gemeinschaft der Pallottinerinnen schrieb: "In den Ferien ging ich meiner Mutter bei den häuslichen Arbeiten und der Pflege meiner kleinen Geschwister, die ich sehr lieb hatte, zur Hand."

 

Ihre tiefe Verehrung der Eucharistie drückte sie ebenfalls schon im August 1947 aus. "Die Erfüllung all meiner Sehnsucht brachte mir der liebe Heiland am unvergesslichen Tage meiner ersten heiligen Kommunion am 16. April 1939."

 

Das den Bewerbungsunterlagen beiliegende Pfarramtliche Zeugnis belegt, dass sie im Glauben fest verankert war. Der Heimatpfarrer schrieb über Anna: "Ich kenne sie seit den Tagen ihrer Kindheit und kann bezeugen, dass sie stets ein braves, fleißiges, religiös sehr eifriges Mädchen war, das zu keinem Tadel Anlass gab."

 

Nach Abschluss der Volksschule besuchte sie zwei Jahre die landwirtschaftliche Berufsschule und arbeitete anschließend in einem größeren landwirtschaftlichen Betrieb. Dann half sie in der elterlichen Landwirtschaft mit.

 

Ihr Bruder Johannes war schon in die Gemeinschaft der Pallottiner eingetreten, als Anna 1947 um Aufnahme bei den Pallottinerinnen bat, um in den Missionsdienst treten zu dürfen, weil sie sich dazu im Inneren hingezogen fühlte. Im August 1948 erhielt Anna bei ihrer Einkleidung den Namen Sr. M. Amanda.

 

Nach ihrer ersten Profess am 15. August 1950 war Sr. Amanda insgesamt sechs Jahre in den Filialen Gleuel und Waldböckelheim und im Mutterhaus in Limburg im Haushalt tätig, bevor sie zwei Jahre lang die Krankenpflegeschule in Köln-Ehrenfeld besuchte. Nach ihrem Examen war sie in Bensberg und Erlenbach eingesetzt, bevor sich ihr Wunsch, in die Mission gehen zu dürfen, erfüllte.

 

Im März 1964 erreichte sie Südafrika und trat bald darauf im Vincent Pallotti Hospital in Pinelands, Kapstadt, ihren Dienst als Krankenschwester an. Vor ihrer Aussendung nach Südafrika hatte ihr Sr. Raymunda in einem Brief die Situation in Südafrika geschildert: "In unseren drei Hospitälern ist immer Mangel an Krankenpflegerinnen, zumal mehrere von unseren Schwestern nun älter werden und den Dienst nicht mehr voll versehen können." Über 16 Jahre leistete Sr. Amanda in Pinelands Dienst in der OP-Abteilung und der Chirurgie.

 

1980 folgte ein Wechsel ins St. Joseph‘s Home für chronisch kranke Kinder. Sr. Amanda war zuerst auf einer Station tätig und von 1986 bis 1992 war sie Oberin des Hauses und gleichzeitig Hausoberin der Kommunität. Bis zu ihrer Rückkehr nach Deutschland hatte Sr. Amanda die Hauswirtschaftsleitung des St. Joseph’s Home inne.

 

Es war für sie kein leichter Abschied, nach so vielen Jahren als Missionarin nach Deutschland zurückzukehren. Und als sie im Februar 2008 wieder nach Limburg an den Ort ihrer Anfänge als Pallottinerin kam, half sie in der Betreuung der älteren Schwestern in Haus Felizitas mit.

Als ihr eigener Gesundheitszustand sich verschlechterte, zog Sr. Amanda 2014 selbst in Haus Felizitas ein.

 

Sr. Amanda war ein Familienmensch und der Kontakt zu ihren Verwandten war ihr ganz kostbar. Wenn man sie in Haus Felizitas besuchte, erzählte sie immer freudestrahlend, wie es ihren Geschwistern und der großen Zahl ihrer Nichten und Neffen und deren Kindern ging. Jeden Tag hat sie ihre ganze Familie im Gebet bedacht.

 

In Gedanken war sie auch oft in Südafrika bei ihren Mitschwestern, den Mitarbeitenden und vor allem den Kindern aus dem St. Joseph’s Home. In ihrer Bitte um Aufnahme ins Postulat schrieb die achtzehnjährige Anna: "Vor zwei Jahren wurde ich zum ersten Mal mit den Pallottinerinnen bekannt. Ich hatte schon längere Zeit den Wunsch, Schwester zu werden, um mich in den Dienst des katholischen Apostolats zu stellen." Ihr Apostolat hat sie im Dienst an den Kranken gefunden und auch ihre Hoffnung, einmal in den Missionsdienst zu treten, wurde mit ihrer Sendung nach Südafrika erfüllt.

Zwei Geschwister haben sich von Vinzenz Pallotti begeistern lassen und waren in anderen Kontinenten tätig – Sr. Amanda in Afrika und ihr Bruder Bischof Johannes Jobst SAC in Australien.

 

Wir Pallottinerinnen sind Sr. Amanda für ihren Einsatz für die Kranken und Kleinen dankbar. Ihre tiefe Verehrung unseres Herrn in der Eucharistie prägte ihr Leben. Wir sind sicher, dass sie nun am himmlischen Gastmahl teilnehmen darf. Mögen auch wir das unbegreifliche Geheimnis, dass Gott im Sakrament gegenwärtig ist, immer wieder in unserem Herzen bedenken.

 

Sr. Astrid Meinert SAC

Provinzoberin