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Heimgang von Sr. M. Bonifazis Kress SAC

Am Abend des 10. Januar 2022 verstarb unsere Sr. M. Bonifazis Kress im Haus Felizitas in Limburg.

 

Therese Luise Kress kam am 8. April 1929 in Fulda als jüngstes von acht Kindern des Buchdruckers Ferdinand Kress und seiner Ehefrau Auguste, geborene Völlinger, zur Welt. Resi, wie sie in ihrer Familie genannt wurde, verlebte eine sorglose Kindheit und engagierte sich in verschiedenen Gruppen in ihrer Heimatpfarrei.

 

Nach ihrer Schulzeit absolvierte sie eine Hauswirtschaftslehre. Direkt nach Abschluss ihrer Lehre verließ Therese ihre Stelle, um im elterlichen Haushalt zu helfen. Ihre Mutter war schwer krank und brauchte Unterstützung. Als Therese gerade 17 Jahre alt war, verstarb ihre Mutter. Schon zuvor musste die Familie schwere Schicksalsschläge hinnehmen. Thereses Geschwister Josef, Maria und Ignaz kamen im Krieg ums Leben.

 

Als Therese ihrem Vater von ihrem Wunsch, in einen Orden einzutreten berichtete, war dies für ihn sicher nicht leicht. Aber er gab seiner minderjährigen Tochter die Einwilligung zu diesem Schritt. Ihre Berufung war spürbar und stark. Im pfarramtlichen Zeugnis schrieb der Stadtpfarrer über Therese: "Ich freue mich über ihren Entschluss, bei der Gesellschaft der Pallottinerinnen in Limburg einzutreten und empfehle sie zur Aufnahme."

 

Im Fragebogen für die Kandidatinnen notierte Therese: "Ich fühle mich dazu berufen, an der Verbreitung des Gottesreiches auf Erden mitzuwirken." Ohne die Spiritualität Vinzenz Pallottis schon genau zu kennen, beschrieb Therese ein Herzensanliegen unseres Gründers: Wir sind gerufen, mit Gott zu wirken, damit das Reich Gottes wachsen kann.

 

Vor der Einkleidung nahmen die sieben Postulantinnen an Exerzitien teil und am letzten Tag der stillen Zeit besuchte der damalige Bischof Dr. Wilhelm Kempf die Gruppe. In der Chronik ist vermerkt, dass er alle "zu einem frohen klösterlichen Leben" ermunterte.

Am Fest Mariä Himmelfahrt des Jahres 1949 erhielt Therese das Ordenskleid und ihren neuen Namen Sr. M. Bonifazis. Schon vier Monate nach diesem so wichtigen Tag für Sr. Bonifazis verstarb ihr Vater. Die verbliebenen Geschwister hielten guten und herzlichen Kontakt und vor allem mit ihrer nächstälteren Schwester Anni war die Verbindung sehr eng.

 

Nach ihrer ersten Profess am 15. August 1951 war Sr. Bonifazis zuerst in der Küche im Kreiskrankenhaus Gelnhausen tätig. Ab 1952 besuchte sie dort die Krankenpflegeschule, die sie 1954 als examinierte Krankenschwester abschloss. Direkt anschließend bildete sie sich an der Fachschule für Diätetik in Würzburg zur Diätassistentin weiter und war in diesem Tätigkeitsbereich jeweils ein Jahr in Refrath, Bocklemünd und Langendernbach eingesetzt, bis sie 1958 nach Bensberg gesandt wurde. Dort blieb sie bis 1966 und erhielt in dieser Zeit auch ihre Anerkennung als Diätküchenleiterin.

 

Fast zwanzig Jahre wirkte Sr. Bonifazis im Pallottihaus in Vallendar als Küchenleiterin und als Hausoberin. Während ihrer Zeit in Vallendar begleitete Sr. Bonifazis viele Auszubildende. Sie war sehr korrekt und vielleicht manchmal auch streng, dabei aber ihren Hauswirtschaftslernenden von Herzen zugetan. Viele ehemalige Schülerinnen hielten den Kontakt zu Sr. Bonifazis und sie wussten, dass sie auf ihr fürbittendes Gebet bauen konnten.

 

Ab 1987 war sie als Oberin und zeitweise als Pflegedienstleiterin am St. Anna Krankenhaus in Hadamar eingesetzt. Als sich die Pallottinerinnen 2004 aus Hadamar verabschiedeten, zog Sr. Bonifazis ins Haus Felizitas in Limburg. Auch mit vielen Mitarbeitenden aus Hadamar blieb sie in regelmäßiger Verbindung, was ihr ganz wertvoll war.

 

Sr. Bonifazis hatte eine vornehme Art und einen ganz besonderen Humor. Gerne brachte sie alle, die sie besuchten, zum Schmunzeln. Wenn Interessentinnen in die Gemeinschaft kamen, nahm Sr. Bonifazis zuerst etwas zurückhaltend Kontakt auf. Aber schnell war zu merken, dass ihr daran gelegen war, dass man sich willkommen fühlte. Sie war bereit, über ihr Leben als Pallottinerin Zeugnis abzulegen und sie betonte, dass zu unserem Leben auch das gemeinsame Gebet als tragende Säule gehört. Immer wieder sagte sie, dass man daran denken solle, alles, was man mache, für Gott zu tun.

 

Im August 2021 feierte sie 70 Jahre Profess und konnte in der Tat auf ein frohes klösterliches Leben zurückblicken. Seit einiger Zeit war es ihr gesundheitlich nicht immer möglich, mit den Schwestern in der Kapelle zu beten und Gottesdienst zu feiern. Es war für uns daher eine große Freude, als sie den Neujahrsgottesdienst am 1. Januar 2022 mit uns feiern konnte. Ein paar Tage später schlief Sr. Bonifazis abends ganz ruhig ein und legte ihr Leben zurück in Gottes Hand.

 

Durch ihr Wirken und als Zuhörerin und Beterin hat Sr. Bonifazis das Gottesreich verkündet. Wir sind dankbar für ihr Leben als Pallottinerin und werden die Erinnerung an sie wachhalten. Ihr tiefes Vertrauen mag uns ein Ansporn sein. Schon früh wurde Sr. Bonifazis mit dem Tod von lieben Menschen konfrontiert, aber nicht die Trauer behielt das letzte Wort, sondern die Gewissheit, dass wir alle in Gott geborgen sind – im Leben und im Tod.

 

Sr. Astrid Meinert SAC

Provinzoberin

 

 

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