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Heimgang von Sr. Dominica Rose SAC

Am 19. Januar 2023 verstarb unsere Sr. M. Dominica Rose in unserem Haus Felizitas in Limburg.

 

Annemarie wurde am 22. Februar 1929 als erstes von sechs Kindern in Oestereiden im Kreis Lippstadt geboren. Die Eltern Franz und Maria Rose, geborene Hesselmann, waren fest im Leben der Pfarrgemeinde verwurzelt und so wuchsen Annemarie und ihre Geschwister von Geburt an in einen tiefen Glauben hinein. Auch während der Zeit des Nationalsozialismus hielt die Familie trotz aller Gefahren an ihrem christlichen Bekenntnis offen fest.

 

In den Wirren der Nachkriegszeit musste Annemarie ihre Schulzeit unterbrechen. 1944 waren Pallottinerinnen nach Oestereiden gekommen und im Juli 1945 eröffneten sie dort einen Kindergarten. Annemarie unterstützte die Schwestern für ein paar Monate, bis sie ihre eigene Ausbildung fortsetzen konnte.

Als Annemarie 1950 ihr Abitur erwarb, bat sie um Aufnahme ins Postulat der Pallottinerinnen. Ihre Eltern hatten sich gewünscht, dass sie Lehrerin werden würde, aber Annemarie schrieb, dass sie in den Missionsdienst treten wolle, „um im Dienste des Katholischen Apostolates tätig sein zu können“.

 

Im Juli 1951 begann Annemarie ihr Postulat und am 15. August 1952 folgte ihre Einkleidung. Sie erhielt den Namen Sr. Dominica. Ihr Namenstag war der Ostertag – welch ein Geschenk, am Tag der Auferstehung unseres Herrn zu feiern.

Die erste Profess legte Sr. Dominica am Fest Mariä Himmelfahrt 1954 ab und am 15. August 1960 versprach sie sich ihrem Herrn auf ewig.

 

Nach dem Noviziat wurde Sr. Dominica nach Köln gesandt, wo sie die Pädagogische Hochschule besuchte, die sie mit der ersten Lehramtsprüfung für Volksschulen abschloss. Das zweite Staatsexamen legte sie nicht ab, da ihr gleich nach ihrer ewigen Profess die ordensinterne Ausbildung übertragen wurde. Von 1960 bis 1968 war sie Novizenmeisterin, gleichzeitig war sie ehrenamtlich in der Erwachsenenbildung der Diözese Limburg tätig und nahm an einem theologischen Fernkurs teil.

 

Von 1968 bis 1974 wirkte Sr. Dominica als Generalrätin in Rom. Neben ihren Aufgaben in der Generalleitung, die ihr in vielen Auslandsreisen auch die Chance gaben, Schwestern in den verschiedenen Ländern, in denen wir vertreten sind, kennenzulernen, nahm sie am Grundkurs von Theologie im Fernkurs der Domschule Würzburg teil.

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland wurde sie als Lehrerin an die Krankenpflegeschule in Erlenbach gesandt und schloss den religionspädagogisch-katechetischen Teil des Würzburger theologischen Fernkurses im Juni 1978 erfolgreich ab.

 

Von September 1980 bis Ende 2016 lebte und wirkte Sr. Dominica in Bensberg. Sie unterrichtete mehr als 25 Jahre lang an unserer Krankenpflegeschule am Vinzenz Pallotti Hospital die Fächer Religion, Ethik und Sozialwissenschaften. Intern war sie über viele Jahre in der Provinzleitung als Vikarin und Rätin und als Hausoberin der Kommunität in Bensberg tätig.

Als die Filiale in Bensberg aufgegeben werden musste, zog Sr. Dominica mit ihren Bensberger Mitschwestern nach Refrath und als sie mehr Unterstützung benötigte, kam sie im Juni 2020 in unser Haus Felizitas in Limburg.

 

Sr. Dominica konnte sich für Historisches begeistern. Die Geschichte unserer Kongregation war ihr kostbar und wichtig und sie war an verschiedenen Veröffentlichungen beteiligt.

Auch für ihre Familie gab Sr. Dominica den Anstoß, für alle Nichten, Neffen, Großnichten und Großneffen die Familiengeschichte aufzuschreiben. Und so sammelten 2014 Sr. Dominica und weitere vier noch lebende Geschwister Dokumente und Erinnerungen, damit sich auch die späteren Generationen der familiären Wurzeln bewusst sein dürfen. Sr. Dominica sprach von einem Familiennetz, in dem sie, ihre Geschwister und ihre Eltern geborgen waren. Dies zeugt von der tiefen lebenslangen Verbundenheit mit all ihren Angehörigen, nicht zuletzt auch im Gebet.

 

Für unsere Kongregation war das Geschichtsbewusstsein von Sr. Dominica ein großes Geschenk. Schon früh pflegte sie einen besonderen Kontakt zu den Schwestern vom Katholischen Apostolat, den sogenannten Römischen Pallottinerinnen. Sie war im tiefsten davon überzeugt, dass alle Pallottinerinnen eine Einheit sind, da nur so die große und weitsichtige Vision unseres Gründers realisiert werden könne, dass alle berufen sind, als Apostel und Apostelinnen für Gottes unendliche Liebe Zeugnis zu geben. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Sr. Dominica auf vielen Fotos zu finden ist, die von gemeinsamen Treffen der beiden Gemeinschaften erhalten sind.

 

Spricht man von Sr. Dominica, so muss man auch erwähnen, dass sie ihre Kontakte gerne pflegte. Ihr Zimmer in Haus Felizitas war auch ihr Büro. Sie stand mit vielen Menschen per Telefon und Mail in Verbindung und allen ist in Erinnerung, dass sie nach der Flutkatastrophe im Ahrtal über die Pfarreien vor Ort mehrere hundert Olivenholz-Engel aus Betlehem weiterschenken ließ, die den Betroffenen Mut machen sollten. Sr. Dominica fand immer Helfer und Unterstützer für ihre vielen Ideen und wir Pallottinerinnen sind dankbar für all die großen und kleinen Wohltäter.

 

Sr. Dominica war sehr genau bewusst, dass ihre schwere Krankheit nicht mehr heilbar war und so machte sie sich auf den Weg zum Herrn. Wir danken für die Spuren, die Sr. Dominica in unserer Kongregation hinterlässt. Mögen auch wir, gegründet auf unsere reiche Geschichte, am Bekenntnis der Hoffnung festhalten, dass Gott seine Verheißungen in Treue erfüllt.