
Heimgang von Sr. M. Goretta Groth SAC
Am Vormittag des 12. März 2026 rief der Herr unsere Sr. M. Goretta Groth zu sich.
Margot kam am 29. September 1939 als drittes von vier Kindern des Landwirts Norbert Groth und seiner Ehefrau Katharina, geborene Christ, in Niederroßbach im Oberwesterwald zur Welt. Die Mutter musste die vier Kinder alleine großziehen, da der Vater im Mai 1944 im Krieg gefallen war.
Nach der Volksschulzeit half Margot ihrer Mutter ein Jahr im Haushalt und besuchte anschließend die zweijährige hauswirtschaftliche Berufsschule in Bergisch Gladbach.
Danach folgten fünf Monate als Stationshilfe im St. Josefshaus in Refrath und vier Jahre als Haushaltshilfe bei der Küsterfamilie der Liebfrauenkirche in Westerburg. Zu ihrem Aufgabenbereich gehörte auch die Betreuung der Kinder der Familie und im Zeugnis bescheinigte ihr Arbeitgeber: "Besonders liebevoll war Fräulein Margot zu unseren Kindern."
Schon während ihrer Schulzeit hatte Margot eine enge Anbindung an ihre Heimatpfarrei in Hellenhahn. Der Pfarrer schrieb: "Sie erfüllt ihre religiösen Pflichten zuverlässig und kommt – sooft sie dazu Gelegenheit hat – zum Tische des Herrn".
Der Ruf, sich ganz von Gott in Dienst nehmen zu lassen, war immer stärker geworden und so bat Margot Anfang 1960 um Aufnahme ins Postulat der Pallottinerinnen, "um mitzuhelfen im Weinberg des Herrn".
Im Oktober desselben Jahres begann sie ihr Postulat in Limburg und wurde im Jahr darauf am 13. August 1961 als Sr. M. Goretta eingekleidet. In der Chronik wird der Altarschmuck besonders erwähnt: "Die Prachtexemplare von weißen und gelben Löwenmäulchen hatten die Postulantinnen selbst im Garten gezogen." Und weiter wird geschildert: "Das Schlusslied, Psalm 44, sangen die fünf Neu-Novizinnen einstimmig, was notwendigerweise etwas zart und dünn erklang, da die Kleinen nach allem, was vorausgegangen war – Vorbereitungen, Exerzitien und die gespannten Erwartungen des Tages selbst – doch sehr angestrengt und aufgeregt waren."
Am Fest Maria Himmelfahrt 1963 legte Sr. M. Goretta ihre erste Profess ab. Und am Festtag des Heiligen Vinzenz Pallotti, am 22. Januar 1969, gehörte sie zu sechs Schwestern, "die um frühere Ablegung ihrer ewigen Profess gebeten hatten, um sich Christus und der Kirche im Dienst der pallottinischen Gemeinschaft für immer zur Verfügung zu stellen".
Während ihres Juniorats war Sr. Goretta zuerst in den Filialen in Bocklemünd und Niedernhausen in Haushalt und Altenpflege tätig. Von 1964 bis 1966 absolvierte sie die Ausbildung zur Kindergärtnerin und Hortnerin an der Marienschule in Limburg, die sie erfolgreich abschloss.
Im Januar 1967 wurde sie nach Refrath gesandt und übernahm die Leitung des Kindergartens der Pfarrei St. Elisabeth. Sie wirkte in dieser Aufgabe fünfzehn Jahre und der Abschied fiel ihr nicht leicht, aber aus gesundheitlichen Gründen war ein Wechsel sinnvoll. Danach besuchte Sr. Goretta einen theologischen Kurs in München und lebte in der dortigen Filiale mit.
Sie wurde im August 1983 nach Eddersheim versetzt, wo sie wiederum als Leiterin des dortigen Kindergartens tätig war. Bis zur Auflösung der Filiale im März 2002 blieb sie in Eddersheim.
Im Mai 2002 begann für Sr. Goretta noch einmal ein ganz neues apostolisches Tätigkeitsfeld. Zwei Pallottinerpatres hatten zuvor schon Erfahrungen in der Diaspora in Erfurt gesammelt und wurden nun beauftragt, in der Pfarrkirche St. Marien in Genthin tätig zu sein und mit zwei Pallottinerinnen ein geistliches Zentrum aufzubauen. Sr. Goretta war im Haushalt tätig und brachte sich mit in die pastorale Arbeit ein.
Nach sechs Jahren wurde sie von dort aus in die Kommunität Bensberg versetzt, wo sie im KlosterWeltLaden mithalf und zeitweilig auch für den Kapellenschmuck in der Kapelle des Vinzenz Pallotti Hospitals sorgte.
Zu Beginn des Jahres 2016 kehrte Sr. Goretta nach Limburg zurück. Anfangs übernahm sie Pfortendienste und half mit beim Blumenschmuck für die Provinzhauskapelle. Als sie aus gesundheitlichen Gründen mehr Unterstützung brauchte, zog sie im April 2021 in unser Haus Felizitas, wo sie nach einer längeren Zeit der Bettlägerigkeit auch verstarb.
Sowohl in Eddersheim als auch in Bensberg war Sr. Goretta für einige Jahre als Hausoberin tätig.
Auch wenn ihre Ausbildung sie für die Arbeit mit Kindern vorbereitet hatte, war Sr. Goretta doch auch bereit, sich neuen Aufgabenfeldern zu widmen. Die Zeit in Genthin war ihr sehr kostbar und sie erzählte immer wieder gerne darüber.
Das Leben in Gemeinschaft fiel ihr nicht immer leicht und manchmal machte sie sich selbst das Leben schwer. Doch war es ihr nach ihrer eigenen Aussage sehr wichtig, für eigene Gedanken und Spiritualität Zeit zu haben. So bewahrte sie in ihrem Zimmer viele Zitate auf, die sie gesammelt hatte, weil sie ihr wichtig waren. In vielen dieser Aussprüche geht es darum, sich ganz Gott anzuvertrauen. Auf einem Zettel hat sie einen Gedanken aus einem Traum notiert, den sie in der Nacht gehabt hatte: „Gott ist in mir wie Feuer, wie Licht – der alles verbrennt, was nicht Liebe ist.“
Dankbar für das Wirken von Sr. Goretta in unserer Kongregation dürfen wir fest darauf vertrauen, dass Gott sie nun völlig erfüllt und mögen wir diesen Gedanken aufgreifen und uns auch ganz Gott hinhalten, damit er uns zum Wiederschein seiner unendlichen Liebe machen kann.