
Heimgang von Sr. Magdalene Klein SAC
Am 16. Juli 2025 gab unsere Sr. Magdalene Klein ihr Leben in die Hände Gottes zurück. Sie verstarb vormittags im St. Vinzenz-Krankenhaus in Limburg.
Magdalene kam am 23. Juli 1940 als erstes von neun überlebenden Kindern des Landwirts Wilhelm Klein und seiner Ehefrau Maria, geborene Michels, in Kaule bei Neunkirchen-Seelscheid zur Welt. Magdalene hat als Älteste schon früh Verantwortung für ihre Geschwister übernommen und unterstützte ihre Eltern in allen Bereichen.
Nach der Schulzeit arbeitete sie ein Jahr im landwirtschaftlichen Betrieb des Vaters und besuchte anschließend eine private Handelsschule in Beuel. Nach ihrem Examen nahm sie eine Stelle in der Verwaltung des St. Josef-Hospitals in Bonn-Beuel an. Im Arbeitszeugnis ist notiert: "All ihr Arbeiten und Schaffen wuchs aus einer echten christlich-caritativen Gesinnung, nach der zu leben sie sich jederzeit bemühte."
Im Glauben fest verankert, hatte Magdalene schon früh den Ruf ins Ordensleben verspürt. Ihre Tante, Sr. Arnoldine Michels, war auch Pallottinerin und als Magdalene im Mai 1961 ihre Bewerbung um Aufnahme nach Limburg schickte, hatte sie bereits vorher den Wunsch geäußert, einmal Pallottinerin zu werden. Auf die Frage, warum sie in den Missionsdienst treten wolle, antwortete sie, "um in der Kirche Christi mitzuhelfen". Da ihre Geschwister zu dem Zeitpunkt noch in der Ausbildung oder Schule waren, bat Magdalene darum, in zwei Jahren, also 1963 eintreten zu dürfen.
So trat Magdalene am 14. Juli 1963 ins Postulat ein und wurde am 15. August 1964 als Sr. M. Adelheid eingekleidet. Im Jahr 1972 kehrte sie zu ihrem Taufnamen zurück. Nach der ersten Profess am Fest Mariä Himmelfahrt 1966 besuchte sie das Gymnasium der Marienschule in Limburg und legte 1970 ihr Abitur ab. Es folgte ein Studium der Fächer Deutsch und politische Wissenschaft an der Universität und Pädagogischen Hochschule Heidelberg.
Am 21. Mai 1972 feierte Sr. Magdalene ihre ewige Profess.
Im Juli 1975 bestand sie ihr zweites Staatsexamen für das Lehramt an Realschulen. Danach unterrichtete Sr. Magdalene bis 1982 die Fächer Deutsch, Sozialkunde und Geschichte an der Marienschule in Limburg. Der Beruf der Lehrerin lag ihr sehr am Herzen und viele ehemalige Schülerinnen hielten mit ihr Kontakt.
Neben ihrem Engagement in der Schule war Sr. Magdalene von 1977 bis 1982 mit der Aufgabe der Novizenmeisterin betraut. Obwohl Sr. Magdalene mit Herzblut in der Ordensausbildung tätig war, stellte sie sich 1982 einer ganz neuen Herausforderung. Die katholische Kirche wollte auch in den neuen Medien präsent sein und so wurde in München eine Fachstelle für BTX (Bildschirmtext) eingerichtet. Sr. Magdalene arbeitete dort zunächst mit, bis sie 1983 gebeten wurde, die Bildschirmtext-Redaktion der Bistümer Fulda, Limburg, Mainz, Speyer und Trier aufzubauen. Bis 1986 blieb sie die Leiterin der BTX-Redaktion der mitteldeutschen Diözesen.
Im Februar 1986 wurde Sr. Magdalene zur Generalrätin gewählt und wirkte sechs Jahre im Generalat in Rom, auch als Generalökonomin. Im April 1992 kehrte sie nach Deutschland zurück, wo sie als Provinzvikarin und Missionsprokuratorin tätig war. Bis 1995 war sie weiterhin auch Generalökonomin.
Ende Juli 1995 trat Sr. Magdalene ihr Amt als Provinzoberin an, welches sie zwölf Jahre lang ausübte. In dieser Zeit erfolgte auch die Errichtung der St. Vinzenz Pallotti Stiftung, die Sr. Magdalene maßgeblich mitgestaltete. Als Stiftungsrätin war sie von Beginn an bis 2020 in unserer Stiftung engagiert und ihre Expertise kann nicht hoch genug geschätzt werden.
2007 wurde Sr. Magdalene zur Provinzvikarin gewählt, bis sie dieses Amt im April 2017 aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Zwischen 2010 und 2016 war sie zudem die Hausoberin der Kommunität in Limburg.
"Es ist sicher, dass sie dort, wohin sie Gott ruft, sich mit gutem Willen und Tatkraft einsetzen wird" – dies bescheinigte schon 1961 Magdalenes Religionslehrer, der auch Seelsorger an dem Krankenhaus war, in dem sie vor ihrem Eintritt arbeitete. Wer Sr. Magdalene kannte, kann dieses Zitat nur bekräftigen. Ihr Einsatz galt mit ganzem Herzen zuerst dem Herrn, der sie gerufen hat, und dann unserer Kongregation.
Wer mit Sr. Magdalene zusammenarbeitete, konnte sich ihrer Loyalität und umfassenden Unterstützung sicher sein. Als sie ihre Aufgabe als Provinzvikarin aus gesundheitlichen Gründen niederlegen musste, fiel ihr das sehr schwer. Nicht um der Arbeit willen, sondern weil sie Zeit ihres Lebens gewohnt war, Verantwortung zu tragen. Auch ihren vier Schwestern und vier Brüdern stand sie stets zur Seite. Als Älteste musste sie sich von all ihren Geschwistern verabschieden in der Gewissheit, dass beim Herrn das Leben in Fülle verheißen ist.
Leider war ihr nach ihren vielfältigen Diensten für die Gemeinschaft kaum Zeit für Ruhe und das Lesen guter Literatur vergönnt. Ihre Krankheit schränkte sie sehr ein, aber ihr Geist blieb stets wach und sie brachte sich ein, wo immer es ihr noch möglich war. Seit Dezember 2019 lebte sie in unserem Haus Felizitas in Limburg.
In den letzten beiden Jahren nahm die Erkrankung Sr. Magdalene mehr und mehr die Selbstständigkeit. Es war für sie nicht leicht, auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein, doch sie nahm auch diese Realität an.
Wir vertrauen darauf, dass Sr. Magdalene nun beim auferstandenen Herrn ist und danken für ihr segensreiches Wirken in unserer Gemeinschaft und in unserer Stiftung, die das Apostolat so vieler Schwestern weiterführt. Mögen wir stets freudige Zeuginnen der Botschaft sein, die die heilige Maria von Magdala den verängstigten Jüngern zurief: Christus lebt – ich habe den Herrn gesehen!