
Heimgang von Sr. Margret Harbaum SAC
Am frühen Morgen des Fronleichnamsfesttages nahm der Herr unsere Sr. Margret Harbaum zu sich. Sie verstarb in unserem Haus Felizitas in Limburg.
Margret kam am 6. Dezember 1938 als zweites Kind des Lehrers Theodor Harbaum und seiner Ehefrau Maria, geborene Schmidt, in Münster zur Welt. Die Eltern erzogen Margret und ihren älteren Bruder Franz-Josef im Glauben, sodass eine tiefe Gottesbeziehung in Margret wachsen konnte.
Nach ihrer Schulzeit entschloss Margret sich, wie der Vater den Lehrberuf anzustreben. Ihr Studium an der Pädagogischen Akademie Münster absolvierte sie erfolgreich und legte schließlich im März 1964 die Zweite Prüfung für das Lehramt an Volksschulen ab.
Mit großem Eifer und Einsatz war Margret als Lehrerin tätig. In ihrer Freizeit engagierte sie sich schon seit langem in der Pfadfinderinnenschaft St. Georg und als man sie 1966 bat, als Bundesmeisterin im Bund der Deutschen Katholischen Jugend eine Leitungsaufgabe zu übernehmen, ließ sie sich vom Schuldienst beurlauben. Zwei Jahre lang war Margret von ihrer Dienststelle in München aus verantwortlich für die Ausrichtung des Verbands und vor allem für die Aus- und Weiterbildung der Führungskräfte. Im Zeugnis über diese Zeit ist Margrets Arbeitshaltung treffend benannt: "Mit großer Verantwortung erledigte sie alle Arbeiten und versah unermüdlich ihren Dienst. Sie hat ihre persönlichen Interessen zugunsten der von ihr übernommenen Aufgabe zurückgestellt."
Nach ihrer Rückkehr in den Schuldienst wirkte Margret zuerst an der Hauptschule in Hiltrup. Wieder den Spuren ihres Vaters und auch denen ihres Bruders folgend, die beide als Rektoren jeweils eine Schule leiteten, wurde Margaret 1971 zur Volksschulkonrektorin ernannt.
Nach einem zweijährigen Einsatz in der katholischen Grundschule in Havixbeck, wechselte sie an die Ludgerusschule, eine katholische Grundschule in Hiltup.
Im Januar 1985 sandte Margret ihre Bitte um Aufnahme ins Postulat an die Gemeinschaft der Pallottinerinnen in Limburg. Sie schrieb, dass sie seit mehreren Jahren immer wieder den Ruf Gottes verspüre. "Ich möchte mich Gott zur Verfügung stellen, mich in seinen Dienst und seine Nachfolge begeben, eine größere Nähe zu IHM suchen und eine intensive Bindung an IHN eingehen."
Am 1. September 1985 trat Margret dann ins Postulat ein und begann 1986 ihr Noviziat. In Postulat und Noviziat absolvierte sie verschiedene Praktika, auch um ein Apostolatsfeld zu finden, in dem sie später tätig sein könnte. So verbrachte sie drei Monate am Vinzenz-Pallotti-Hospital in Bensberg in der Krankenpflegeschule und in der Krankenhausseelsorge. Später hospitierte sie zwei Monate in der Bahnhofsmission in Frankfurt und drei Monate in der Seniorenbegleitung im St. Josefshaus in Refrath und im Altenheim Park Mount in Macclesfield in England.
Sr. Margret war in allem sehr sorgfältig. Über ihre Praktika fertigte sie ausführliche Berichte an und in jedem dieser Berichte reflektierte sie auch kritisch – sowohl selbstkritisch als auch in der Form, dass sie systemimmanente Schwierigkeiten und Probleme verbalisierte. Es ist deutlich herauszulesen, dass Sr. Margret mit einem hohen Ethos an jegliche Aufgabe heranging und sie es sich dadurch selbst oft schwer machte, den eigenen Ansprüchen zu genügen.
Am Fest Mariä Himmelfahrt 1988 legte sie ihre erste Profess ab und bereits drei Jahre später ihre ewige.
Nach ihrer ersten Profess war Sr. Margret ein Jahr lang in der Altenpastoral im St. Josefhaus in Refrath tätig. Es folgten sechs Jahr als Seelsorgerin in der Kinderklinik in Bonn. Dieses Apostolat führte ihre neue Ausrichtung mit ihrem alten Beruf zusammen und alle kranken und schwerkranken Kinder hatten eine treue Fürbitterin und Begleiterin in Sr. Margret.
Von April 2006 bis Ende Juli 2014 wirkte Sr. Margret als stellvertretende Leiterin unseres Bildungs- und Exerzitienhauses in Limburg und sechs Jahre gehörte sie als Rätin der Provinzleitung an.
Die Begegnungen mit Kursleitenden und Teilnehmenden waren Sr. Margret wichtig und nicht selten ergaben sich seelsorgliche Gespräche. Auch hier durften wieder alle sicher sein, von Sr. Margret im Gebet bedacht zu sein.
Nach der Schließung unseres Exerzitienhauses ging sie zuerst nach Bensberg, wo sie sich ehrenamtlich im Vinzenz Pallotti Hospital und in der Betreuung von Flüchtlingen engagierte. Mit Beginn des Jahres 2017 lebte Sr. Margret noch ein Jahr in der Kommunität in Refrath und half im Besuchsdienst im Marienkrankenhaus mit. Im März 2018 kehrte sie nach Limburg zurück und im August desselben Jahres zog sie in unser Haus Felizitas, da sie zunehmend Unterstützung brauchte.
Manchmal hätte man Sr. Margret mehr Leichtigkeit im Leben gewünscht, aber sie hatte die Fähigkeit, sich an kleinen Dingen und vor allem an der Schönheit der Natur zu erfreuen. Sie widmete sich jeder Aufgabe, die ihr übertragen wurde, mit Hingabe und war verankert im Gebet. Zeiten der Stille und Meditation waren ihr kostbar.
Am Ostermontag hat sie das gemeinsame Kaffeetrinken aller Schwestern in unserem Refektor sehr genossen und ihr Augen strahlten, als sie sich verabschiedete. Durch einen Sturz bedingt, verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand rapide und ganz früh am Fronleichnamstag gab sie ihr Leben an den Herrn zurück. Wir sind uns sicher, dass sie nun den Herrn, den wir an ihrem Todestag auf den Straßen Limburgs in der geheimnisvollen Gegenwart im Sakrament verehrt haben, in seiner ganzen Herrlichkeit sieht. All ihre Ängste sind ihr nun genommen.
Wir sind Sr. Margret dankbar für ihr Apostolat der persönlichen Zuwendung zu Kindern, Kranken und alten Menschen. Mögen wir es uns nach dem Beispiel von Sr. Margret auch immer mehr zu eigen machen, Fürbittende zu sein.