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Sr. Rosângela Sousa plötzlich und unerwartet in Timbiras verstorben

Am Morgen des 17. Januar 2022 starb Sr. Rosângela Sousa SAC mit 48 Jahren während ihrer Urlaubstage bei ihrer Adoptivfamilie in Timbiras völlig unerwartet an einem Infarkt. Sie starb in den Armen ihrer Adoptivmutter, die sie sehr schätzte und liebte.

 

Rosângela wurde am 25. Dezember 1973 im Dorf Brejo do Padre im Munizip Aldeias Altas im brasilianischen Staat Maranhão geboren. Die Namen ihrer Eltern sind uns nicht bekannt. Rosângela war zwei Jahre alt, unterernährt und mit wenig Überlebenschancen, als sie von dem Landarbeiterehepaar Joana de Jesus Sousa und Raimundo Acelino da Silva adoptiert und von Dona Joana liebevoll hochgepäppelt wurde. Dona Joana hatte keine eigenen Kinder, aber im Lauf der Jahre nahm sie 6 Kinder aus prekären Familiensituationen auf, die sie alle groß zog. In dieser Familie wuchs Rosângela im Dorf Bacurí bei Timbiras auf, bis zu ihrem 14. Lebensjahr.

 

In Timbiras hatten die Pallottinerinnen in ihrem Nachbarhaus eine Wohngelegenheit für Mädchen aus dem Landesinneren eingerichtet, damit diese in der Stadt zur Schule gehen konnten. Eine alleinerziehende Mutter kümmerte sich um diese Mädchen. Rosângela blieb drei Jahre dort und lebte danach fünf Jahre in der Familie unserer Sr. Avaní, wo sie wie ein eigenes Kind angenommen war. Sie machte in Timbiras das pädagogische Fachabitur und ein Zusatzjahr für die Lehrberechtigung bis zum 6. Schuljahr. 1996 schloss sie ihre Schulbildung ab.

 

Als Rosângela 23 Jahre alt war siedelte ihre Adoptivfamilie vom Dorf Bacurí in die Stadt Timbiras über. Rosângela hatte bereits den Entschluss gefasst, bei den Pallottinerinnen einzutreten, wollte jedoch zuvor noch ein Jahr bei ihrer Adoptivfamilie leben. 1998 trat sie dann mit 24 Jahren als Postulantin der Missionspallottinerinnen in Timbiras ein.

 

Am 02.02.2001 begann sie ihr Noviziat als Sr. Rosângela in der Ausbildungskommunität Teresina-Piauí und legte dort am 16.02.2003 ihre erste Profess ab. Trotz des Problems einer Stimmbandlähmung war die Katechese ihr Herzensanliegen. Vor ihrer ersten Profess schrieb sie: "Die Katechese ist meine erste Liebe, denn durch sie ist in mir immer mehr der Wunsch gewachsen, denen das Wort Gottes zu verkünden, die ihn kennen lernen müssen…in ihnen den Wert des Lebens zu wecken und dass es sich lohnt, Jesus, der Quelle des Lebens und des Lichtes nachzufolgen".

 

Nach der Profess wurde sie in die Kommunität Sao Raimundo in Codó gesandt, wo sie drei Jahre lang in der Pastoral arbeitete. Ihrem Wunsch, Theologie zu studieren wurde stattgegeben und so kam sie 2006 wieder in die Gemeinschaft von Teresina, wo sie mit den Seminaristen des Erzbistums Teresina am "Zentrum für höhere Studien der Theologie" studierte.

 

Im Jahr 2008, während der Zeit des Studiums, starb ihr Adoptivvater, um den sie sich während seiner Krankheit sehr gekümmert hatte. Ihre ewige Profess legte sie am 02.02.2009 ab, auch während der Studienzeit.

 

Nachdem sie 2011 mit dem Diplom abschloss, wurde sie wieder Mitglied der Gemeinschaft Sao Raimundo in Codó, wo sie die Verantwortung hatte für den Pfarrsektor Nossa Senhora de Fatima mit seinen verschiedenen Straßengebetsgruppen, der Katechese, Frauengruppe, Gottesdienste etc. und wo sie einen Jugendchor gründete. Diese Arbeit machte ihr viel Freude.

 

Im Jahr 2017 wurde die Kommunität São Raimundo stillgelegt und Sr. Rosângela zog mit Sr. Silvia zu den Schwestern nach Santa Teresinha in Codó. Ihre pastorale Arbeit führte sie aber in der Pfarrgemeinde Sao Raimundo fort. Fast täglich fuhr sie mit Sr. Silvia und dem Pfarrer P. José Wasensteiner in die 5 km entfernte Pfarrei Sao Raimundo am anderen Stadtende.

 

Sr. Rosângela wollte sich aber auch in ihrem neuen Wohnviertel in Santa Teresinha engagieren. So gab sie im Projekt "Criança Esperança", einem pädagogischen Förderungsprojekt der Pallottinerinnen für Kinder bedürftiger Familien, Katechese und Humanbildung. Anfang 2021 übernahm sie die Verantwortung im Projekt.

 

Sr. Rosângela hat ihre Weihe an Gott, ihre Mitgliedschaft in der Kongregation und das pallottinische Charisma sehr bewusst und mit Begeisterung gelebt. Dabei musste sie immer wieder über ihre Grenze der Sprechbehinderung springen. Mit ihrer missionarischen Überzeugung und Begeisterung hat sie diese Barriere immer neu überwunden. Sie hatte an dem Schweren ihrer Geschichte zu tragen, war aber offen für jede Hilfe, und allen dankbar, die sie ermutigten und unterstützten, besonders ihren geistlichen Begleitern, P. Jak und P. José Wasensteiner SAC und den Frauen der Gemeinde Nossa Senhora de Fatima.

 

Zu ihrer Adoptivfamilie pflegte sie einen intensiven Kontakt, blieb für sie eine Hörende, Ratgeberin und Begleiterin.

 

Sr. Rosângela lebte einen einfachen Lebensstil, begnügte sich in allem mit dem "necessário", dem Notwendigen. Kreativität war nicht ihre Stärke, aber dafür umso mehr Zuverlässigkeit und Treue in all ihren Verantwortlichkeiten in der Gemeinschaft, in der Pastoral.

 

Sie fühlte sich verwirklicht in ihrer Arbeit, in ihrem Gebetsleben, das sie treu pflegte, in der pallottinischen Familie, im Zusammensein mit den Menschen in der Pfarrei. Oft konnte man sie laut lachen hören. Sie liebte Ausflüge ins Landesinnere und gern war sie bei Feiern dabei.

 

Ihr Leben kann uns zeigen, wie wir mit Fragen und Grenzen leben und uns dabei gegenseitig helfen können: in der ANNAHME, im Einsatz für andere.

 

Wir danken Gott für unsere Mitschwester Rosângela. Möge sie in Ihm ihre glückselige Vollendung finden.

 

 

Sr. Maria Landsberger SAC

Provinzbeauftragte für die Mission in Brasilien

 

 

 

 

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